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Pressemitteilung der Langenhorner Bürgerinitiative "Lebenswertes Langenhorn" vom 20.04.2010 | Bürgerinitative, Presse | lebenswertes langenhorn

Pressemitteilung der Langenhorner Bürgerinitiative "Lebenswertes Langenhorn" vom 20.04.2010

Bürgerkrieg in Langenhorn wegen Windkraft?

Drohanrufe, Beschädigungen, Schilder-Diebstahl, Einschüchterungsversuche – der Streit um die Windkraftplanung in Langenhorn (Nordfriesland) eskaliert. Mehrfach wurden bereits die Plakatschilder der Bürgerinitiative entwendet, am Ostermontag sogar am hellichten Tag. Bei der Polizei wurden mittlerweile mehrere Anzeigen erstattet.

Die Bürgerinitiative kündigte an, jeweils die doppelte Menge Schilder aufzustellen als Antwort – eine Anspielung auf eine Sage, bei der ein König jeweils die doppelte Menge an Weizenkörner auf die Felder eines Schachbrettes legen sollte. 200 Plakate stehen dafür bereit, dann wird nachgedruckt.

Selbst mehrfache telefonische Drohanrufe müssen sich Mitglieder der Bürgerinitiative gefallen lassen. Dabei wurden teilweise sogar die Anrufer an ihrer Stimme erkannt. Eine solche Bedrohung ist ein Straftatbestand und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Beim Sprecher der Bürgerinitiative, Bernd Korthaus, wurde vor kurzem eine japanische Säulenkirsche im Garten beschädigt. Sein Kommentar: „Ein Fussabdruck im Blumenbeet ist noch zu sehen, Schuhgröße 45. Da sind den Nutznießern der Windkraftplanung überraschend schnell die sachlichen Argumente ausgegangen. Das ist nicht verwunderlich, denn außer Geld gibt es keine Argumente. Es geht einzig und allein um die lockenden Pachteinnahmen für die Landbesitzer. Da scheint jemand gedanklich nicht im Jahr 2010 zu sein, sondern irgendwo früher.“ Korthaus will nun den Schutz seines Eigentums einem Wachhund anvertrauen. „Wenn das so weitergeht muss ich bei Claudia Schiffer anfragen, ob sie mir einen ihrer indischen Gurkhas ausleihen kann.“

Die Bürgerinitiative ruft als Konsequenz den Gemeindrat auf, die Windkraftplanung einzustellen, um den Dorffrieden wieder herzustellen. Das Plädoyer der Initiative: „Wir verteidigen lediglich unsere Gesundheit, unsere Lebensqualität, das Dorf- und Landschaftsbild und unsere Immobilienwerte gegen diesen Großangriff der Windkraft-Investoren, und zwar mit rein sachlichen Argumenten. Wer hier das Faustrecht an die Stelle einer sachlichen Auseinandersetzung setzen will, begibt sich außerhalb unserer demokratischen Gesellschaftsordnung. Wir fordern die Gemeindeleitung auf, sich öffentlich gegen diese Angriffe auszusprechen und die Windkraftplanung zu beenden. Es stehen schon mehr als 75 Anlagen südwestlich von Langenhorn, die kulturhistorisch wertvolle Landschaft ist bereits stark geschädigt. Irgendwo müssen auch die Zehntausende der Zugvögel noch durchkommen. Noch mehr geht hier nicht.“

Bild 1:
Plakat an der Langenhorner Dorfstrasse (eigenes Foto vom 26.03.2010)
BI-Plakat-Langenhorn_web


Bild 2:
Windpark südwestlich Langenhorn mit über 75 Windkraftanlagen
Abgebildet: Blick aus dem Nordwesten auf das Café Nissenshörn, Nissenshörn 1, Langenhorn,
an der Bäderstrasse zwischen Bordelum und dem Fährhafen Dagebüll
www.nissenshoern.de

Windpark-suedwestlich-Langenhorn_web

(Eigenes Foto vom 18.04.2010)