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Stellungnahme zum Leserbrief von Herrn Stellfeld-Petersen, Langenhorner Gemeindevertreter des SSW | Presse | lebenswertes langenhorn

Stellungnahme zum Leserbrief von Herrn Stellfeld-Petersen, Langenhorner Gemeindevertreter des SSW

Wir freuen uns, dass Herr Stellfeld-Petersen (SP), Langenhorner Gemeindevertreter des SSW und Kreistagsabgeordneter dieser Partei, am 02.08. einen Leserbrief in den Husumer Nachrichten veröffentlicht hat. Damit hat die BI die dritte Phase des von Gandhi formulierten Prozesses erreicht: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du."

Selbstverständlich wollen wir (BI) uns einem Dialog nicht verschließen und antworten direkt auf seine Aussagen aus diesem Leserbrief, die wir nun eins zu eins zitieren - lesen Sie unsere virtuelle Diskussion:

SP: Zu den Ausführungen des Sprechers der BI „Lebenswertes Langenhorn“ in der Gemeindevertretersitzung folgende Bemerkungen: Es ist eine pure und durch nichts bewiesene Behauptung des Sprechers der BI wenn er sagt, „dass viele Bürger sich nicht getraut hätten, zu unterschreiben.“
BI: Das ist keine Behauptung, sondern ein Erfahrungsbericht aus den 100 Stunden, die wir beim Sammeln der Unterschriften in Diskussionen mit Bürgern verbracht haben.

SP: Noch seltsamer wird es, wenn er behauptet: „Wenn man das hochrechnet, wird deutlich, dass ein großer Teil der Langenhorner Bevölkerung die großen Kraftwerke keinesfalls wünscht“. Wenn man was hochrechnet ist hier die Frage?
BI: Wenn man die knapp 400 Unterschriften hochrechnet, Herr Stellfeld-Petersen.
In der Wirtschaft ist bekannt, dass auf einen Kunden, der sich beschwert, 10 andere kommen, die auch unzufrieden sind. Die Bürger, die den Einwohnerantrag unterschrieben haben, sind nur die Spitze des Eisberges. Das waren eben die besonders Mutigen.


SP: Sind die Bürger, die nicht unterschrieben haben, vom Sprecher der BI als Gegner der Erneuerbaren Energien identifiziert worden und sogar gezählt? Wie ist das Ergebnis?
BI: Na nun lassen Sie doch mal die Euphemismen der Windlobby in der Kiste. Windriesen müssen schon beim Namen genannt werden, und die von ihnen zerstörten Landschaften und Dörfer lassen sich keineswegs erneuern. Schauen Sie sich nur Dithmarschen an, weite Landstriche dort sind heute schon unbewohnbar und nur noch reine Aufstellungsgebiete für Hunderte Rotoren. Ihrem Bestreben, hier ähnliches zu schaffen, muss Einhalt geboten werden.
Zudem sei gesagt, dass die 500 Zeichner der Beteiligungen keineswegs als Windkraft-Befürworter gelten können. Sie glaubten eben nicht an eine Möglichkeit, den Unsinn noch zu stoppen, angesichts einer schier übermächtigen Phalanx aus Investoren, Landbesitzern, Gemeindevertretern, Banken, Notaren und Ingenieuren. Daher wollten sie dann wenigstens ein kleines Schmerzensgeld mitnehmen.


SP: Was den vom Sprecher behaupteten „Gesichtsverlust der Gemeindevertreter“ angeht: Keiner hat sein „Gesicht verloren“.
BI: Wir möchten Sie bitten, den entsprechenden Zeitungsartikel noch einmal genau zu lesen und in Zukunft exakter zu zitieren. Dort steht nämlich: „Wir … haben aber der Gemeindevertretung die Gelegenheit gegeben, ohne Gesichtsverlust da raus zu kommen.“ Ein solcher wird nämlich spätestens dann eintreten, wenn Bürger anfangen, Geld zu sammeln für eine Klage gegen die eigene Gemeinde. Das hat es in Nordfriesland vermutlich noch nicht gegeben.

SP: Ich habe in meiner Stellungnahme versucht, differenziert darzulegen, warum meine Fraktion für Erneuerbare Energien in der Form von Windkraft und damit gegen den Antrag der BI votieren wird.
BI: Ihre Stellungnahme war keinesfalls differenziert, sondern hatte nichts mit Langenhorn zu tun. Zuerst haben Sie über Atomkraft referiert, die hier gar nicht in Rede steht. Dann haben Sie die Stromkonzerne kritisiert, die in der Vergangenheit manchmal keinen Windstrom abgenommen haben und damit Nordfriesland Schaden zugefügt hätten. Eine Begründung für Ihr Abstimmungsverhalten können wir darin nicht erkennen.
Auf böse Energiekonzerne zu verweisen ist ein reines Ablenkungsmanöver. Es geht bei uns um massive finanzielle Interessen der Investoren und Landeigner. Es ist höchst unredlich, dies kaschieren zu wollen, zumal als verantwortlicher Politiker.


SP: Unter anderem steht da die Möglichkeit der Beteiligung der Langenhorner Bürger.
BI: Ein bemerkenswertes Argument: Sie lassen sich Dorf und Landschaft zerstören, akzeptieren 24 Stunden Dauerlärm, stellen unseren Zugvögeln Häckselanlagen in den Weg, nehmen den Anwohnern ihre vertraute Lebensumgebung und wollen all das dann damit begründen, dass ja die Bürger Mini-Beteiligungen zeichnen können – die täglich, wie wir errechnet haben, gerade einmal einen Joghurt abwerfen, falls die Richter das Projekt nicht stoppen.
Als Politiker sollten Sie in der Lage sein, das Gesamtbild zu sehen und verantwortlich abzuwägen, statt beim Erblicken des Mammons augenblicklich alle anderen Aspekte außer Acht zu lassen.


SP: Mithin über 500 Langenhorner Haushalte, die sich beteiligen werden.
BI: Wenn Sie Menschen 25% jährliche Ausschüttung versprechen in Anwesenheit von zwei Bankvorständen und des Bürgermeisters, also sozusagen behördlich bestätigt, sollten Sie sich eher wundern, warum nicht alle Langenhorner gezeichnet haben, zumal ja die Banken sogar entsprechende Kredite für die Beteiligungen angeboten haben. Anschließend diese Menschen als windbegeistert auf die eigenen Fahnen zu schreiben ist höchst unredlich.

SP: Dass diese Beteiligungsmöglichkeit so genutzt wird, spricht für sich und gegen die Strategie der Energiekonzerne, an AKWs und Kohlekraftwerken festzuhalten.
BI: Hier vermischen Sie leider die Reaktionen auf vermeintlich lukrative Windpark-Anlagen mit der Notwendigkeit, auch bei Windstille Strom erzeugen zu müssen.

SP: Also, Langenhorn setzt auf Erneuerbare Energien mit Bürgerbeteiligung.
BI: Vor einigen Tagen hat Sie Herr Bürgermeister Petersen persönlich unterrichtet, dass 371 Langenhorner Bürger vehement gegen Ihre Windpark-Pläne votieren und Sie unmissverständlich auffordern, diese komplett einzustellen.
Sie sind uns sicher nicht gram, dass wir Ihnen Realitätsverlust bescheinigen müssen, wenn Sie weiterhin behaupten, Langenhorn will die Windriesen.

SP: Was will die BI?
BI: Wir haben dies in den letzten sieben Monaten auf 40 Broschürenseiten, teils in Farbe und mit Fotos und Grafiken hinterlegt, eingehend erläutert. Da Sie bisher dazu geschwiegen haben, gehen wir davon aus, dass Sie unseren dort formulierten Thesen und Argumenten nichts Fundiertes entgegensetzen konnten.
Wir sehen uns nicht in der Pflicht, Alternativen anzubieten, da es an der Notwendigkeit für Windriesen mangelt. Dem eigenen Dorf schweren Schaden zufügen und damit viel Geld verdienen ist zudem nur mit Windkraft möglich und somit alternativlos.

Herr Stellfeld-Petersen, eine BI wie hier in Langenhorn gründet sich nur dann, wenn die Politiker leichtfertig gegen fundamentale Interessen der Einwohner verstoßen haben. Die Hamburger haben gezeigt, dass Erfolg sogar gegen die gesamte Politiker-Riege möglich ist. Sie werden es auch bei uns erleben.

Auf der Internet-Seite Ihrer Partei ist zu lesen: "Wir wollen ein Zusammenleben, das nicht auf Egoismus sondern auf Solidarität aufbaut."
Es wäre schön, wenn Sie entsprechend handeln in Zukunft. Die betroffenen Anwohner in West-Langenhorn haben Solidarität bitter nötig.

Gleiches gilt für folgendes Zitat:
"Politische Entscheidungen müssen so nah wie möglich an den Bürgerinnen und Bürgern getroffen werden. Die Menschen sollen so weit wie möglich direkt mitentscheiden."
Für die Langenhorner klingt das wie Hohn.

„Als Partei für die dänische und friesische Minderheit orientiert sich der SSW an politischen Lösungen aus Dänemark…“
Es scheint Ihrer Partei noch nicht aufgefallen zu sein, dass in Dänemark im Inland nur sehr wenige Windkraft-Industrieanlagen stehen und neue Anlagen aktuell vehement bekämpft werden von den dortigen Bürgern.

(Zitate der Partei SSW siehe http://ssw-nf.de/nf/de/politik/nordischepolitik.php)